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Deutschland

Accumulatoren-Fabrik Hagen
historische Wertpapiere und alte Aktien

Die Accumulatoren Fabrik (AFA) wurde 1888 in der aufstrebenden Industriestadt Hagen, am Südostrand des Ruhrgebiets, gegründet. 1890 erfolgte unter Beteiligung von Siemens AG und AEG sowie durch die Deutsche Bank die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.
BildBis zur Jahrhundertwende entstand in Hagen auf dem Gelände eines ehemaligen Hammerwerkes die zu dieser Zeit größte Fabrik für Akkumulatoren und Batterien auf dem europäischen Kontinent. 1960 erfogte die Umbenennung in "VARTA AG".
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Bestell-Nr. D174
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Bestell-Nr. D113
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Bestell-Nr. D18
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Zu Beginn der 1990er erfolgte die Abtrennung vom Mutterkonzern und die Gründung der VHB Industriebatterien, die als Teil des britischen Mischkonzerns BTR im Werk Hagen bis in die heutige Zeit spezielle U-Bootbatterien für die deutsche Bundesmarine und für ausländische Kunden produziert und vertreibt. Weltweit ist das Werk Hagen der einzige Fabrikbetrieb, in dem seit 1904 fast ohne zeitliche Unterbrechung derartige Batterien hergestellt werden. Der Bau und die Konstruktion von U-Booten ist eng mit der technologischen Entwicklung von Batterien zur Speicherung von elektrischer Energie verknüpft. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten verwendungsfähigen Akkumulatoren.
Um 1885 wurden in England, Frankreich und Rußland erstmalig spezielle Batterien zum Antrieb von Elektromotoren in U-Boote eingebaut. Zehn Jahre später hatten sich Bleibatterien als Energiequellen für den elektrischen Antrieb bei Unterwasserfahrt weltweit durchgesetzt.
Adolph Müller, Generaldirektor der AFA , verfolgte die Entwicklung von U-Booten und nahm 1904 die Produktion solcher Batterien auf. Im Frühjahr des Jahres lieferte die AFA eine aus Triebwagenzellen entwickelte Batterieanlage für das U-Boot "Hajen" der schwedischen Marine.
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Schwedisches U-Boot "Hajen"
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Montage einer U-Boot Batterie
Im Sommer 1904 bestellte die Germaniawerft bei der AFA vier Batterieanlagen für drei russische Boote sowie für das erste deutsche U-Boot SM U 1. Die Werft bestand jedoch auf der Lieferung von Watt-Torfbatterien, die weniger leistungsfähig als die von der AFA zu dieser Zeit bereits an die schwedische, amerikanische und italienische Marine gelieferten Akkumulatoren in Großoberflächenbauweise waren.
Sämtliche U-Bootbatterien der AFA wurden bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich im Stammwerk Hagen hergestellt, wo eine eigene U-Boot-Abteilung eingerichtet worden war.
Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 war die AFA der einzige Lieferant der kaiserlich-deutschen Marine sowie im Einflußgebiet der K.u.K. Monarchie. Darüber hinaus zählten auch zahlreiche ausländische Marinestreitkräfte zu den Abnehmern von U-Bootbatterien. Im internationalen Vergleich gehörte die AFA daher zu den leistungsfähigsten Produzenten und Lieferanten für U-Bootbatterien. In den ausländischen Tochterfirmen der AFA wurden ab 1909 eigene "U-Boot-Abteilungen" eingerichtet, so zum Beispiel in Stockholm, St. Petersburg, Mailand und Wien. Im zaristischen Rußland beherrschte der AFA -Konzern den Absatzmarkt für U-Bootbatterien seit 1910 vollständig. Auch in Schweden war die AFA das führende Unternehmen auf diesem Rüstungssektor.
Unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs konnte die AFA im Exportgeschäft außerdem vertragliche Regelungen mit den weltweit leistungsstärksten Konkurrenzunternehmen der AFA , die britischen Chloride und die amerikanische Exide, abschließen. Deshalb war der Weltmarkt für U-Bootbatterien im Sommer 1914 zwischen diesen drei Hauptlieferanten aufgeteilt worden. Der Erste Weltkrieg machte die wirtschaftspolitischen Planungen der AFA unter Adolph Müller zunichte. Bis auf die Tochterfirmen in den skandinavischen Ländern sowie in Spanien verlor die AFA bis 1919 sämtliche Werke in Italien, Rußland, Großbritannien und in Südosteuropa.
Nach dem für das Deutsche Reich verlorenen Ersten Weltkrieg und dem durch den Versailler Vertrag 1919 auferlegten Bauverbot für deutsche U-Boote mußte die AFA sich in ihrer Rüstungsproduktion auf Exportaufträge beschränken. Über das 1922 von deutschen Werftfirmen gegründete "Ingenieurskaantor voor Scheepsbouw" im niederländischen Den Haag sowie aufgrund von Aufträgen durch ausländische Seestreitkräfte konnte die AFA dennoch ihre Entwicklungsarbeit auf diesem Gebiet fortsetzen. Bild
Von den AFA -Tochterfirmen in Spanien, Norwegen und Schweden, aber auch durch das deutsche AFA -Werk im westfälischen Hagen wurden in den 1920er Jahren zahlreiche U-Bootbatterien hergestellt und zum Beispiel an Chile, Argentinen, Schweden, Norwegen, Italien, Spanien, Japan und die Sowjetunion geliefert. Die AFA war in diesem Zusammenhang - ähnlich wie deutsche Firmen für Diesel- und Elektromotoren - zwischen 1925 und 1933 maßgeblich am Aufbau der sowjetischen U-Bootflotte beteiligt. Aus Geheimhaltungsgründen erhielten die im Werk Hagen hergestellten Batterien und Bauteile keine Herkunftsmarkierungen.
Im Zweiten Weltkrieg mußte die AFA aufgrund der hohen Lieferanforderungen der Kriegsmarine neben ihrem Hauptwerk in Hagen und der bereits seit 1938 im Aufbau begriffenen Fabrik in Hannover, im Frühahr 1943 in Posen ein weiteres Großwerk in Betrieb nehmen. Weitere geplante Werke, z.B. in Wien und Mülhausen, kamen 1944 nicht mehr zum Anlauf.
Trotz der vermehrten Luftangriffe, die vor allem das AFA -Werk in Hagen schwer in Mitleidenschaft zogen, sowie den Versorgungsproblemen durch den im Kriegsverlauf ansteigenden Rohstoff- und Energiemangel konnen die drei AFA -Werke im Herbst 1944 kurzzeitig bis zu 80 U-Bootbatterien monatlich abliefern. Neben U-Bootbatterien produzierte die AFA vor allem auch Torpedobatterien und ab Sommer 1944 auch Spezialbatterien für die deutschen Kleinst-U-Boote "Seehund", "Hecht", "Biber" und "Molch". Der Umsatz des AFA -Konzerns hatte sich vor allem durch die Marinerüstung zwischen 1939 und 1945 fast verzehntfacht.
Im Sommer 1943 mußte der deutsche U-Bootkrieg, die "Schlacht im Atlantik", aufgrund der ansteigenden Verlusten schlagartig abgebrochen werden. Die Hauptursache für diese militärische Niederlage der deutschen U-Boote waren die unzureichenden technischen Möglichkeiten der hauptsächlich eingesetzten Bautypen VII und IX, die eigentlich nur Tauchboote darstellten. Einmal getaucht, konnten die Boote aufgrund ihrer geringen Fahrgeschwindigkeit sowie den unzureichenden Batteriekapazitäten den gegnerischen Abwehrmaßnahmen unter Wasser nur schwer entkommen. Von den Alliierten war zudem die U-Bootabwehr seit 1941 durch das Unterwasserortungsgerät ASDIC und Radar verbessert worden. Eine seit Anfang 1943 fast lückenlose Luftüberwachung durch viermotorige Langstreckenmaschinen ermöglichten den Alliierten vermehrt die Entdeckung und Zerstörung von U-Booten, die zur Ladung ihrer Batterien auftauchen mußten. Zugleich war in England der geheime Enigma-Code der deutschen Wehrmacht entschlüsselt worden, so daß die britische Admiralität relativ genau über die Operationen und Planungen der deutschen U-Bootführung informiert war.
Im Sommer 1943 setzte die deutsche U-Bootführung ihre Hoffnung auf die neu entwickelten U-Boottypen mit einem luftunabhängigen "Walter-Gasturbinenantrieb". Diese U-Boote ermöglichten eine nahezu ständige Unterwasserfahrt mit hohen Geschwindigkeiten und bedeuteten eine Revolution in der U-Bootkriegsführung. Der Bau solcher U-Boote wurde jedoch durch die unzureichende Zulieferung von speziellen Treibstoffen verhindert.
In dieser Situation entstanden im Sommer 1943 auf Grundlage des strömungsgünstigen Designs der "Walter-U-Boote" die sogenannten "Elektro-U-Boote" der Typenklassen XXI (Hochsee) und XXIII (Küstengewässer und Nordsee). Diese Boote verfügten über eine vergrößerten Batterienanlage, beim Typ XXI mit 236 Tonnen Gewicht und 372 Einzelzellen des Bautyps AFA 44 MAL 740. Beide U-Bootklassen stellten aufgrund ihrer Eigenschaften wie Geschwindigkeit und Tauchzeit die ersten wirklichen Unterwasserboote dar. Bild
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Stammwerk der AfA-Batteriefabrik in Hagen (1927)

Quandt-Stammbaum klick zum Stammbaum der Quandts

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Konzerngründer Günther Quandt (Mitte) mit Söhnen Harald und Herbert.
Aus der "AfA"-Batteriefabrik entstand "Varta". "Afa" war der Kern der Industriegruppe um die Familie Quandt. Begonnen hatte der Aufstieg der Quandt`s aus Pritzwald in Brandenburg zu Kaiser Willhelm`s Zeiten durch den Kauf einer Tuchfabrik. Eine vorausschauende Investition, das Deutsche Reich brauchte große Mengen an Uniformen für die Streitkräfte. Auch nach dem verlorenen Weltkrieg I war der Bedarf an neuen Uniformen groß, alte gab es ja kaum noch. Dem Aufstieg der Nationalsozialisten brachte Quandt nur mäßige Sympathie entgegen. Dagegen waren private Kontakte schon stärker, schließlich heiratete Magda Quandt nach ihrer Scheidung von Günther Quandt im Dezember 1931 den Propagandachef Joseph Goebels. Am Kriegsende brachte sich Magda und ihre 6 Kinder selbst um.
Im Dritten Reich stieg der Unternehmer Quandt schnell nach Oben und wurde "Wehrwirtschaftsführer". Die Profite stiegen kräftig, denn Quandt`s Fabriken lieferten Munition, Gewehre, Geschütze und mit der "Afa" auch Batterien von höchster Qualität für die U-Boote.
Heute ist die Familie Quandt immer noch eine Milliardärsfamilie mit Macht.
Varta ist zerschlagen, Delton ausverkauft, Altana gespalten.
Was bleibt da den Quandts?
Natürlich BMW.
1959 hatte Herbert Quandt ca. 50% der BMW-Aktien übernommen und dadurch die fast-Pleite der Firma verhindert. Mit Eberhard von Kuenheim wurde ein Macher zum Lenker der BMW wieder in die Spitzengruppe brachte. Doch beim Kauf des britischen Rover-Konzerns versagte das unternehmerische Gefühl von v. Kuenheim. Die Milliardenverluste gefährdeten 1999 die gesamte BMW-Gruppe. Der Vorstand wurde geschaßt (Pischetsrieder, heute VW) und das Roverabenteuer glimpflich beendet.
Waren die Vorfahren wie Emil, dessen Sohn Günther und Enkel Harald und Herbert Quandt noch Gründer und Konzernlenker, so sind die heutigen Quandts nur noch Dividendensammler in der eigenen "Seedamm Vermögensverwaltung GmbH". Wie sagte schon Bismarck: die erste Generation baut das Unternehmen auf, die zweite verwaltet und die dritte studiert Kunstgeschichte.
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