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Antiquariat alte historische Aktien
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Die deutschen Anleihen auf Roggen, Kohle, Holz oder Goldmark
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| Die Reparationsleistungen erfolgten zunächst in Waren, dann als Gold oder Devisen.
Um in Gold oder Devisen bezahlen zu können, mußte Deutschland zu jedem Preis Gold oder
Devisen einkaufen. (Das war natürlich von Frankreich oder England so gewollt, denn Deutschland
sollte für immer und ewig in die Knie gezwungen werden). Als 1922 die Siegermächte unnachgiebig
ihre Forderungen eintrieben, stieg z.B. der Dollarkurs von 4,40 Mark auf 7.525 Mark im
Jahre 1922. Als Deutschland diese Zahlungen nicht mehr leisten konnte, besetzten die Franzosen und Belgier das Ruhrgebiet. Daraufhin stieg der Wechselkurs auf 4.200.000.000.000 Mark für einen Dollar. Dies führte zu einer Hyperinflation unvorstellbaren Ausmaßes. Die Löhne und Gehälter waren schon bei der Auszahlung nichts mehr wert. Ein Brot, das um 14:00 Uhr noch 100.000 Mark gekostet hatte, kostete um 16:00 bereits 500.000 Mark. Deshalb mußte enorm viel Geld gedruckt werden. Ende 1923 waren mit dem Gelddrucken 30 Papierfabriken und 133 Druckerein beschäftigt. Kredite aufzunehmen um z.B. ein Haus zu bauen, war nicht mehr möglich, weil das Geld wenige Stunden nach der Vertragsunterzeichnung nichts mehr wert war. Auch die Landwirtschaft war betroffen. Bauern wollten ihre wertbeständige Ernte nicht gegen wertloses Geld abgeben. Deshalb brachte die Staatliche Kreditanstalt Oldenburg ein auf "kg-Roggen" lautende Anleihe heraus. Jedes dieser Stücke lautete auf 125 Kg Roggen, waren unverzinslich und nach 5 Jahren mit 125 kg Roggen rückzahlbar. Die Reichsbank war gegendiese Natural-Anleihen. Erst als die enormen Gewinne der Mark-Dollar Spekulation auch zu den Beamten durchdrang - weil in der Presse veröffentlicht - änderte die Reichsbank ihre Haltung. |
| Rechenbeispiel des Spekulationsgewinns durch die deutsche Inflation | |||||
| Bush kauft am | US-$ | Anzahl Mark pro 1$ | Bush zahlt Mark in Millionen | Bush zahlt Anleihe zurück in $ | Gewinn in $ |
| 1.1.1922 | 100.000 | 186,75 | 18.675,00 | ||
| 1.4.1922 | 100.000 | 209,00 | 29.800,00 | 62.667,00 | 37.383,00 |
| 1.7.1922 | 100.000 | 402,00 | 40,200,00 | 74.129,00 | 25.871,00 |
| 1.10.1922 | 100.000 | 1.815,00 | 181.500,00 | 22.148,00 | 77.852,00 |
| 2.1.1923 | 100.000 | 7.250,00 | 725.000,00 | 25.034,00 | 74.966,00 |
| 3.4.1923 | 100.000 | 21.000,00 | 2.100.000,00 | 34.360,00 | 65.640.00 |
| 30.5.1923 | verkauft | 35.166,00 | 64.834,00 | ||
| Gesamtgewinn | 346.834,00 $ | ||||
| Mit dem Gesetz über die Sicherung einer wertbeständigen Anleihe vom 14.8.1923 wurde die
Grundlage für die Goldmark-Anleihe gelegt. Eine Goldmark = 10/42 US-$. Die Anleihe konnte mit der wertlosen Mark erworben werden und war auch in sehr kleinen Stückelungen (1/10,1/4,1/2,1,2,5 US-$) erhältlich und diente damit als Notgeld. Nicht nur das Reich, auch Kommunen und Firmen machten von wertbeständigen Anleihen nun Gebrauch: Holz, Braunkohle, Kilowatt, Benzol, Brikett,... |
| Mit der erfolgreichen Stabilisierung der deutschen Währung im November 1924
verloren die Sachwertanleihen ihre Bedeutung. Die letzten Anleihen dürften
1941 eingelöst wurden sein - z.B. auch die Schlesischen Roggenpfandbriefe.
Die Anleihen mußten bei der Einlösung vernichtet werden; wo kamen aber dann
die effektiven Stücke noch her? Z.B. hat der Krieg eine Einlösung verhindert
oder das emittierende Unternehmen ging Konkurs. Im Rahmen des landwirtschaftlichen Entschuldungsverfahrens 1934 wurden die Roggenanleihen auf Reichsmark umgestellt. Ein Zentner Roggen war dann 7.500 RM wert. |
![]() Goldpfandbrief Landschaft Sachsen Bestell-Nr.: D144 |
![]() Anleihe Volksstaat Hessen Bestell-Nr.: D463p Eine Einheit=1t Braunkohle, 50kg Roggen |
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