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Antiquariat alte historische Aktien
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Bankhaus Herstatt
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„Die Bank ist zum Teufel. Mir ist nichts geblieben. Ich lebe von meinen Kindern, die mich das aber nicht
fühlen lassen. Geld anzunehmen, wenn man immer gegeben hat, ist bitter.“ Als Iwan David Herstatt dies
1994 dem „Kölner Stadtanzeiger“ sagt, jährt sich das Aus für sein Bankhaus zum 20. Mal.
Und was ihn ebenso trifft: „Der Dattel läuft immer noch frei herum.“ Nach Wegfall der Kopplung der europäischen Währungen an den US-Dollar entwickeln sich Spekulationen mit Devisen zum Kernstück des Bankgeschäfts -auch bei Herstatt. Abgewickelt werden diese Geschäfte bei Herstatt durch die sogenannten „Goldjungs“. Diese sechs sehr jungen Mitarbeiter, die erst knapp über 20 Jahre alt sind werden. angeführt von Dany Dattel. Die Devisenabteilung arbeitet weitgehend ohne Kontrolle und mit wenig Kontakt zu den anderen Geschäftsbereichen. Die "Goldjungs" dürfen nur bis zu 10 Mio. Dollar Devisen pro Person kaufen. Jedoch umgehen sie diese Begrenzung durch den Einsatz von Strohmännern. Aufgrund der damals noch nicht gewohnten und futuristisch wirkenden Computertechnik und der weltumspannenden Kommunikationsleitungen wird dieser Bereich in Anlehnung an die Fernsehserie Raumpatrouille Orion unternehmensintern „Raumstation Orion“ genannt. |
| Vereine, Kirchen, Bordelle, Verlage und sogar andere Banken – alle deponieren ihr Geld bei Herstatt.
Denn hier sind die Zinsen immer ein bisschen besser als bei der Konkurrenz.
Woher das kommt, hinterfragt niemand. Zwischen der Übernahme 1955 und dem Jahr 1973 steigert Herstatt
die Bilanzsumme von 5 Millionen auf zwei Milliarden Mark. Dazu trägt auch Goldjunge Dany Dattel bei.
24 Milliarden Mark setzen Dattel und seine sechs jungen Händler, alle Anfang Zwanzig,
mit Devisentermingeschäften 1973 um, schreibt das Handelsblatt. Nach der Ölkrise 1973 setzen die "Goldjungs" auf einen steigenden US-Dollar. Im Jahr 1973 beträgt der Gesamtumsatz an Devisen 63 Mrd. DM, dies entsprach der Hälfte des Bundeshaushalts. Das Volumen der Dollarspekulation hatte eine Größe von 8 Mrd. DM, so dass eine Kursschwankung von 1% bereits 80 Mio. DM Gewinn oder Verlust ergab. Nicht nur die Kunden der Bank wollen einen Teil des scheinbar unendlich wachsenden Devisenkuchens. Bankchef Herstatt ermutigt seine Mitarbeiter mitzuzocken. Sie setzen ihr Geld und das ihrer Freunde und Verwandten auf die Wette mit den schwankenden Wechselkursen. In einem Radiointerview beschreibt der ehemalige Oberstaatsanwalt Alfred Leu später: „So kasinoartig wurde da gespielt. Es war den Angestellten erlaubt, Eigengeschäfte zu machen.“ Mit Erfolg: „Der Spiegel“ berichtet von einer Sekretärin, die 1973 einmal 100.000 Mark gewinnt, Lehrlinge fahren bei Herstatt im Porsche vor. Warnende Worte des Risk-Managements sorgen bei Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates für Heiterkeit. Doch der steigende Dollarkurs tritt nicht ein, der Kurs fällt ab Anfang 1974. Auf Nachfrage erklärt Dattel gegenüber Herstatt, dass man den Verlust von 400 Mio. DM auf 100 Mio. DM drücken könne, falls sich der Dollar positiv entwickle. Dem steht damals ein Gewinn von 200 Mio. DM aus anderen Geschäften gegenüber. Am 16. Juni 1974 teilt Herstatt dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Gerling einen Verlust von 500 Mio. DM mit, bei einem Eigenkapital von 77 Mio. DM. Ein Versuch, die Bank zu retten, scheitert. Am 26. Juni 1974 ordnet das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen die Schließung der Schalter in Köln und Bonn an. Tags darauf kommt es in Köln zu Tumulten am Hauptsitz in der Straße "Unter Sachsenhausen". Die Polizei muss das Gebäude sichern, die deutschen Aktienkurse fallen. Es gelingt mit dem Restvermögen der Bank, einem Feuerwehrfonds der deutschen Privatbanken und dem Vermögen von Herstatt und Gerling, die Gläubiger größtenteils auszuzahlen. Hans Gerling verkauft zur Befriedigung der Ansprüche 51% der Anteile an der Gerling-Holding an ein Deutsches Industriekonsortium (VHDI) und die Deutsche Bank. Privatkunden erhalten ihre Einlagen zu mehr als 80% zurück, Sparer mit Einlagen unter 20.000 DM zu 100 %, Banken und Kommunen zu 65,4%. Unter ihnen befinden sich auch die Stadt Köln mit 190 Mio. DM, die Stadt Bonn mit 12,2 Mio. DM und das Erzbistum Köln. Die letzten Auszahlungen an die Gläubiger konnten wegen der komplexen Probleme erst Ende 2006 erfolgen. Insgesamt wurden Banken und Kommunen ihre Forderungen zu 73,5% und privaten und sonstigen Gläubigern zu 83,5% erfüllt. In der Folge des Herstatt-Konkurses gründeten die deutschen Banken einen Einlagensicherungsfonds, um ihre Sparer vor den Folgen einer Banken-Insolvenz zu schützen, dem Komplettverlust ihrer Einlagen. In der Folge der Herstatt-Entscheidung zur Amtshaftung wurde das Kreditwesengesetz verschärft und die bisherige Regelung, nach der die Bankenaufsicht im öffentlichen Interesse tätig werde durch eine Regelung ersetzt, nach der die Bankenaufsicht nur im öffentlichen Interesse tätig werde. Durch dieses Wort ist eine Haftung aufgrund von Amtspflichtverletzungen künftig ausgeschlossen |
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| Der Traum mit Danny Dattel - kurze Historie in Zahlen 1727: Isaak Herstatt gründet eine Seidenweberei, die später auch Handelshaus mit Bankgeschäften wird. 1792: Johann David Herstatt wird erstmals als Bankier erwähnt. 1888: Mangels Nachfolger wird das Bankhaus Herstatt an das Bankhaus Stein übertragen. 1955: Iwan David Herstatt startet mit Hilfe von Hans Gerling das Bankhaus I. D. Herstatt. 1973: Herstatt weist zwei Milliarden Mark Bilanzsumme aus. 1974: Das Bankhaus wird geschlossen. 1982: Der Prozess gegen Dany Dattel wird aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Ein Jahr später auch der gegen Herstatt. 1995: Iwan D. Herstatt stirbt. 2005: Die Bank ist noch immer nicht abgewickelt. Der letzte Prozess soll im Sommer entschieden werden. |
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