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Eurotunnel
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| Die Kanalgesellschaft wurde 1874 gegründet und erhielt ein Starkapital von 80 000 Pfd.
Ein Jahr später erteilte die franz. Regierung den offiziellen Auftrag in Sangatte
(ca. 8 km westlich von Calais) mit den Vorarbeiten für eine Bohrung zu beginnen . Die
Genehmigung zur eigentlichen Bohrung erfolgte am 1. Juni 1878 und sollte einen
Schacht von 86 m x 2.50 m erbringen. Dieser Schacht war im Dezember 1880 fertig. Die Briten zögerten länger mit dem Bau. Hawkshaw und Low hatten sich noch immer nicht über die Ausmasse der Tunnelröhre geeinigt. Da Hawskaw nicht nachgab, brach Low die weitere Arbeit mit ihm ab und wandte sich an Edward Watkin (Präsident der South Eastern Railway) zu, der einen Auftrag für einen Tunnelbohrung hatte. Der begann in der Nähe von Dover einen senkrechten 22.6 m tiefen Schacht zu bohren. 1881 war dieser Schacht fertig - und dabei blieb es. |
| Die Vorarbeiten der Franzosen und Engländer blieben bis 1986 liegen. 1955 gab es das entgültige "GO" - militärische Vorbehalte wurden auch durch die Europäische Gemeinsschaft nun ausgeschlossen. England gründete 1957 ein Gremium (die "Channel Tunnel Group"), welches 1960 einen Eisenbahntunnel vorschlug, der aus zwei Haupttunneln und einem Servicetunnel bestehen sollte. Der Startschuss kam 1973, aber die hohen Ölpreise stoppten das Projekt 1975. Im August 1986 schlossen sich die "Channel Tunnel Group" und "France Manche" zusammen. Sie sollten den Tunnel bauen und später auch betreiben. Die Baukosten wurden auf 6 Milliarden Pfd. geschätzt. Diese sollten durch Ausgabe von Aktien (1 Milliarde Pfd.) und Kredite (5 Milliarden Pfd) von 200 Banken finanziert werden. Beide Regierungen wollten keine finanzielle Unterstützung geben. Die Kosten stiegen jedoch gewaltig an. Dies bedingte die Kursschwankungen der Eurotunnel-Aktien. Es war unklar, wenn eine Dividende gezahlt werden konnte.Gebaut wurde der Tunnel dann durch ein Konsortium aus franz. und brit. Baufirmen die sich für diesen Zweck unter "Trans Manche Link" zusammenschlossen. Die Übergabe an Eurotunnel sollte im Dezember 1993 erfolgen. Am 1.12.1987 beginnen die Bauarbeiten, der Durchbruch erfolgte 1990. Die ersten Schienenfahrzeuge fuhren 1993 durch den Tunnel, die offizielle Einweihung war am 6. Mai 1994 Eine Nachrechnung der Kosten ergab: 100 % Steigerung |
| Prinzipiel gab es vier Pläne zur Verbindung Frankreich-England, die bis 31.10.1985 eingereicht wurden. | |||
![]() Europort Eine Brücke mit bis zu 5 km Spannweiten. Dieser Plan wurde aus technischen und finanziellen Gründen abgelehnt. |
![]() Euroroute Tunnel plus künstliche Inseln |
![]() Expressway Ein Plan mit Bahn- und Autotunnel |
![]() Eurotunnel Der Sieger. Offiziell verkündet am 20.1.1986 Der Vertrag wurde am 29.7.1987 von England und Frankreich unterzeichnet |
| Einige interessante Zahlen zum Eurotunnel: | |
| - | Gesamtlänge 50 km, davon 37.5 km unter Wasser |
| - | Der Servicetunnel (Rettungstunnel) hat einen höheren Luftdruck, damit Abgase, Feuerrauch nicht eindringen können |
| - | Der Tunnel liegt ca. 40 - 75 m unter dem Meeresboden und ca. 100 m unter dem Wasserspiegel |
| - | Zwischen 1999 und 2000 benutzten 11 Millionen Autos, 310 000 Busse und 4.3 Mill. LKW den Tunnel |
| - | Zwischen 1994 und 2000 benutzten 57 Millionen Menschen den Tunnel |
| - | Während der Bauzeit arbeiteten pro 8-Stunden Schicht 1000 Menschen im Tunnel |
| - | Pro Monat wuchs der Tunnel um 1 Kilometer |
| - | Pro 375 m sind alle 3 Tunnel durch Quertunnel miteinander verbunden |
| - | Auf der gesamten Strecke gibt es zwei Kreuzungen. Hier können die Züge gefahrlos auf die andere Tunnelröhre wechseln |
| - | Eventuell eindringendes Wasser muss abgepumpt werden. Hierfür werden 2 Pumpen auf englischer und 1 Pumpe auf französischer Seite eingestezt. Jede Pumpe leistet 153 l/sec |
| - | Bei Problemen ist die Tunnelstruktur so ausgelegt, dass jeder Passagier in max. 90 min aus dem Tunnel entkommen kann |
| - | Aus Sicherheitsgründen dürfen folgende Güter nicht durch den Tunnel
transportiert werden: Gas, Petroleum, nukleare Stoffe, gefährliche Chemikalien |
| - | In Spitzenzeiten fahren Züge im 3-Minuten Takt mit 160 km/h durch den Tunnel (8 Züge können gleichzeitig im Tunnel verkehren). |
| Einige interessante Bilder zum Eurotunnel: (Copyright by Eurotunnel Plc) |
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![]() Am 1.12.1990 erfolgte der Durchstich. Beide Seiten trafen sich nur wenige cm abweichend von der berechneten Stelle. |
![]() Tunnelquerschnitt links und rechts die 7.3 m breiten Bahntunnel, in der Mitte der Servicetunnel |
![]() Tunnelskizze |
![]() Öffnen der Sicherheitstüre zum Servicetunnel |
![]() Eurostar-Linie von Paris und Brüssel nach London für Passagiere ohne Fahrzeuge |
![]() Transportbahn im Servicetunnel Luft für 20 000 Menschen |
![]() Euroshuttle für Passagiere mit Fahrzeugen und LKW Fahrzeit ca. 35 min. Pro Zug 120 PKW und 12 Busse |
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![]() Anschluß der internationalen Züge In 35 min durch den Tunnel |
![]() Sreckenüberwachung zwischen Folkestone/Dover und Coquelles/Calais |
![]() Eurotunnel und noch bestehende Fährverbindungen über den Kanal |
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| Die Tunnelbohrmaschine TB4 "Virgine" (Copyright by Jean-Raphael Legallais).
Die Maschine war eine eigene Fabrik. Der Fels wurde mit ihr gebohrt,
der Abraum abtransportiert, die Betonteile eingebaut und Schienen verlegt. Elf solcher Bohrmaschinen waren im Einsatz |
![]() Ca. 9 m Durchmesser und 1 575 t Gewicht. |
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| Jede dieser Bohrfabriken kostete ca. 20 Millionen € und war 250 m lang.
Die Bohrköpfe waren aus Wolframkarbidstahl und frassen sich pro Stunde
4.4 m in den Stein. Pro Stunde wurden 2 400 t Material abgebaut. Die Kosten waren enorm hoch: von 220 Banken wurden 6 Milliarden € Kredite aufgenommen. Aber dies reichte bei Weitem nicht. Insgesamt wurden 12.5 Milliarden € verbaut - es wurde somit zum teuersten privatfinanzierten Projekt der Welt. |
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| Inzwischen klagen die Aktionäre über den schlechten Aktionskurs. Auf einer
Hauptversammlung am 7.4.2004 soll der Vorstand zum Abdanken gezwungen werden. Die Ablehnung gegen den Tunnel war gross. Auch heute noch. Vorallem auf britischer Seite. Die Anbindung der französischen Hochgeschwindigkeitszüge ist nur zum Teil realisiert. So braust der TGV mit 300 km/h daher, muss aber dann auf 100 km/h abgebremst werden. Die Engländer befürchteten auch, dass der Tunnel die Tollwut ins Land bringen würde. Deshalb mussten Wildzäune und Elektrosperren gebaut werden. |
![]() Aktienchart Eurotunnel |
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