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BHF Bank
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| Die "Frankfurter Bank" als Vorgängerin | |
| Als die "Frankfurter Bank" 1854 gegründet wurde, gab es in Frankfurt bereits 92
Privatbanken. Da das transportieren von Säcken oder gar Fässern voller Silbergeld
nicht mehr wirtschaftlich war, wurde 1853 die "Frankfurter Vereinskasse" gegründet.
Diese sollte für bargeldlosen Zahlungsverkehr sorgen. 1854 erlaubte dann der Rat der Stadt
Frankfurt die Bankengründung. Diese hatte ein Eigenkapital von 10 Mio Gulden.
Die Bank sollte auch als Notenbank der Freien Stadt Frankfurt dienen. Deshalb
betätigte sich die Bank auch nicht im Anlagen- und Kreditgeschäft, sondern nur im
Depot-, Effekten- und Sortengeschäft. Als Notenbank wurden 5 bis 200 Guldennoten
herausgegeben. Die "Frankfurter Bank" stieg bis zur Reichsgründung 1871 zur drittgrößten deutschen Bank
auf. Die "Deutsche Reichsbank" wurde 1875 gegründet. Sie hatte auch das Privileg allein Geldnoten zu drucken. Alle bisherigen Notenbanken der vielen deutschen Länder gaben dieses Privileg auf und wurden reine Geschäftsbanken. 1901 gab auch die "Frankfurter Bank" das Notenprivileg ganz auf. Die seit 1876 umlaufenden Frankfurter Geldnoten wurden zum 31.12.1901 eingezogen. Anstelle des Notenbankprivilegs durfte die Bank nun Mündelvermögen verwalten. Dies bedeutete aber, daß die Bank keine Spekulationsgeschäfte tätigen durfte. Die "Frankfurter Bank" wurde ein Vermögensverwalter - bis 1946. |
![]() ![]() Münzen und Geldscheine der "Frankfurter Bank" |
| Die mündelsicheren Banken verloren nach dem Weltkrieg I fast das gesamte Vermögen, da das Mündelvermögen in Kriegsanleihen umgetauscht werden mußte - und diese verloren in der folgenden Hyperinflation ihren Wert. Die Währungsreform 1923 drehte aber den Spieß wieder um und brachte bis 1939 eine Verdreifachung der Einlagen. Ein Überleben war aber nur möglich durch die Aufnahme von Kredit-, Emissions- und Anleihegeschäften. | ![]() "Frankfurter Bank" Gebäude, errichtet 1891 |
![]() "Frankfurter Bank" Kassenraum |
![]() "Frankfurter Bank" Aktie 1932 |
| Die Bankenkrise 1931 überlebte die "Frankfurter Bank" unbeschadet, da sie keine
Industriekredite vergab. Nach dem Weltkrieg II nahm die Bank das Industriegeschäft
verstärkt auf. So verwaltete die Bank das Vermögen der Familen von Opel, Krupp,
Rothschild und Haniel aber auch US-Vermögen wie Woolworth und Gilette. 1965 hatte die Bank ein Bilanzvermögen von 2 Milliareden DM. Die Bank war führend im Geldhandel, hatte eine Spitzenposition im Devisenhandel und hatte eine starke Stellung im Firmenkreditgeschäft. 1966 beteiligte sich die "Chemical Bank" mit 10% an der "Frankfurter Bank". |
![]() "Frankfurter Bank" Gebäude 1950, Wiederaufbau nach der Weltkrieg II Zerstörung |
![]() "Frankfurter Bank" Zweigstelle in Frankfurt 1960 |
| Die "Berliner Handels-Gesellschaft" als Vorgängerin | ||
| Drei preußische Privatbankiers (Mendelssohn-Bartholdy, Bleichröder, Oppenheim) gründeten
1856 in Berlin eine Bank als KGaA. Da die preußischen Behörden kurz vorher die Gründung von
neuen Banken untersagten, nannte sich die "Bank" nun "Handels-Gesellschaft". Das Unternehmen
finanzierte vorallem den Eisenbahnbau in Deutschland, Österreich und Russland. Etwas
später wurden auch Industrieunternehmen finanziert. Da Preußen den Krieg gegen
Österreich-Ungarn 1866 gewann, wurde Berlin zum Nabel Mitteleuropas und damit auch die
Banken in Berlin. Die Gesellschafter der Bank hafteten mit ihrem persönlichen Vermögen,
eine Tatsache, die wilden Börsenspekulationen und windigen Kreditvergaben von vornherein
eine Absage erteilten. Aber wie überall gab es auch hier Ausnahmen und eine wilde
Rubelspekulation führte 1883 zu einem herben Rückschlag. Mit Carl Fürstenberg, der ab 1883
die Firmenleitung übernahm, wandte sich das Blatt und die Bank stieg zu einem der
wichtigsten Industriefinanziers auf. Als Industriebank benötigte die Bank kein Filialnetz,
was hohe Kosten sparte. Während andere Großbanken durch die Übernahme von Regionalbanken expandierten, bildete die Berliner Handels-Gesellschaft mit den Regionalbanken Partnerschaften und kam so an das Geld der Einleger. |
![]() Carl Fürstenberg, Geschäftsinhaber 1883-1929 ![]() Berliner Handels-Gesellschaft, Zentrale Berlin |
![]() Anteilsschein 1891 |
| Unter Carl Fürstenberg wurde die Berliner Handels-Gesellschaft auch zum Finanzier
der "AEG". Emil Rathenau gründete 1883 die "Deutsche Edison Gesellschaft für Angewandte
Electricität". Diese wurde 1887 in "AEG" umbenannt. Neben der "AEG" betreute die Bank
Industrieanlagen in Mitteldeutschland, Oberschlesien und Ruhrgebiet. In Mitteldeutschland
waren es besonders die "A. Riebeck`schen Montanwerke" und in Oberschlesien die Kohlegruben
"Rybniker Steinkohlen-Gewerkschaft" und die "Gleiwitzer Steinkohlengrube". Im Ruhrgebiet
waren es die "Harpener Bergbau AG", die "Mannesmann Röhrenwerke", die "Rheinischen Stahlwerke",
der "Bochumer Verein". Auch "Siemens & Halske", die "Allianz" und "Norddeutsche Loyd" gehörte
zum Kundenkreis. Große Bedeutung für die Bank hatte auch die Finanzierung russischer
Staatsanleihen, auch das Königreich "Serbien" bediente sich der Bank. Carld Fürstenberg
wurde zum deutschen Bankier der serbischen Regierung. 1889 gründete die Bank mit
anderen Instituten die "Deutsch-Asiatische Bank" zur Finanzierung des China-Geschäftes. Während Weltkrieg I kamen die Industrieemissionen fast zum Erliegen und die Bank konzentrierte sich auf die staatlichen Emissionen. Durch den verlorenen Krieg gingen die Kunden in Schlesien und Elsaß verloren. Während der Hyperinflation war die Bank durch Hugo Stinnes geprägt. Dieser nutzte die hohe Inflation um mit geliehenem Geld im großen Stil Unternehmen zu kaufen. Die Kreditschuld sollte durch die ständig steigende Inflation ohne Probleme bezahlt werden. Stinnes gelang es einen erheblichen Anteil an der Bank zu erwerben - damit wollte er sich über die Bank weitere Kredite verschaffen. Carl Fürstenberg konnte aber Stinnes zurückweisen. Auch der Stinnes Plan, eine ihm genehme Geschäftsleitung zu installieren, mißlang. Mit der Währungsreform brach dann das Imperium von Stinnes zusammen. 1922 wurden von Walther Rathenau der Rapallo-Vertrag abgeschlossen. Der Vertrag regelte den gegenseitigen Verzicht von Reparationen zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion. Daraufhin war die Berliner Handels-Gesellschaft die erste Bank, die mit der russischen Staatsbank Geschäfte machte. Nach dem Weltkrieg I baute die Bank ihr Börsen-, Devisen- und Geldgeschäft aus. |
![]() Edison und Ranthenau 1911 ![]() Schalterraum der Bank 1920 |
![]() Anteilsschein 1928 |
| Nach dem Weltkrieg II konnte die Bank 1948 unter dem Namen Berliner Handels-Gesellschaft in Frankfurt am Main die Tätigkeit wieder aufnehmen. Die Rechtsform einer Bank erhielt sie 1952 zurück. 1967 wurde das Bankhaus "Lücke & Lemmermann" in Hannover übernommen und als Filiale ausgebaut. Damit hatte die Bank zum ersten Male in ihrer Geschichte eine Filiale. |
| Der Zusammenschluß zur BHF-Bank | ||
| Im April 1969 wurde ein Beherrschungsvertag zwischen der "Berliner Handels-Gesellschaft"
und der "Frankfurter Bank" abgeschlossen. Die Fusion fand zum 1.1.1970 statt. Neben
der Fusion der "Deutschen Bank" und der "Disconto-Gesellschaft" 1929, war dies
die zweitgrößte Bankenzusammenführung in Deutschland. Die neue Bank trug den Namen
"Berliner Handels-Gesellschaft-Frankfurter Bank". 1975 wurde der lange Name auf
"Berliner Handel- und Frankfurter Bank" verkürzt. Auch nach dem Zusammenschluß wurde die
Bank von persönlich haftenden Gesellschaftern geleitet. In den 1980er Jahren stammten bereits 1/3 der Gewinne aus internationalen Geschäften. 1981 verabschiedete sich die Bank wieder vom Massengeschäft mit Kleinkunden und verkaufte 15 Zweigstellen in der Rhein-Main Region. Im Kreditgeschäft agierte die Bank vorsichtig. So blieb der Zusammenbruch der "Bau-Kredit Bank", der "Herstatt-Bank" und der "SMH-Bank" ohne finanzielle Folgen. Nur beim Zusammenbruch der "AEG" und "Neckermann" war sie direkt betroffen. |
![]() Zur Fusion 1970, Die "BHF-Bank" mit dem damals höchsten Gebäude in Frankfurt |
![]() BHF-Bank - privat seit 1854 |
| 1995 wurde die BHF-Bank eine AG. 1998 erwarb die niederländische ING-Guppe 34,5% an der BHF-Bank. 1998 gehörte die Bank zu 96% dem Allfinanz-Konzern, die er in einem Squeeze-Out im Jahre 2001 auf 100% erhöhte. Im Jahre 2002 nannte sich die Bank dann "ING BHF-Bank AG". Unter der Leitung der "ING-Gruppe" wurde in verlustreiche Industriekredite investiert. Dies führte zu großen Kreditausfällen. Dieser Sektor wurde deshalb 2002 gestrichen. Im Hebst 2004 wurde zusammen mit "Sal. Oppenheim" das Kerngeschäft in eine neue Bank ausgegliedert. Der Rest verbleib bei der "ING". Zum 1.1.2005 ging dann die BHF-Bank - privat seit 1854 an den Start. | ||
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