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Spielkartenfabrik Altenburg




Preußisches Doppelbild auf Skatkarte
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Die Altenburger Stralsunder Spielkarten-Fabriken sind die älteste Spezialfabrik der
Welt. Der Graveur Johann Kern erhielt 1765 die Konzession zur Gründung einer
Spielkartenfabrik in Stralsund, die ab 1823 mehrere Jahrzehnte lang der
Familie "von der Osten" gehörte.
1846 gründete Ludwig Heidborn eine weitere Spielkartenfabrik, die bis 1848 und dann
erst wieder nach einer längeren Unterbrechung ab 1857 produzierte.
Im Jahr 1848 wurde eine weitere Spielkartenfabrik in Stralsund von Gustav Friedrich
Diekelmann gegründet.
Die Stralsunder Firma "Ludwig von der Osten" (im Besitz von G. Mie) vereinigte sich am
1. Oktober 1872 mit den beiden Stralsunder Fabriken von Ludwig Heidborn und
Theodor Wegener zur Vereinigten Stralsunder Spielkarten-Fabriken Aktien-Gesellschaft
Stralsund (VSS A.G.). Das Kontor befand sich im Haus Heidborn, die Produktion
erfolgte in den Gebäuden "von der Ostens". Mit dem Erwerb der Spielkartenfabrik
"Lennhoff & Heuser" in Frankfurt am Main 1882 erwarb die VSS AG mehrere sehr
populäre Kartenblätter, was ihren weiteren Erfolg positiv beeinflusste.
1883 wechselte der ehemalige Mitinhaber dieser Fabrik nach Stralsund und wurde
Direktor der VSS AG.
Das Unternehmen wuchs ständig: 1888 wurde die Stralsunder Firma Falkenberg & Co.
(gegründet 1872) gekauft, 1891 die Fabrik Tiedemann in Rostock, 1894 die Berliner
Spielkartenfabrik von Rochus Sala, 1895 die Hallesche Fabrik Ludwig & Schmidt,
1897 die Altenburger Spielkartenfabrik, 1901 Sutor aus Naumburg (Saale),
1905 Booch in Werdau und 1907 die Berliner Bütner & Cie. 1891/1892 wurde die
Produktion auf das billigere Buchdruckverfahren umgestellt. Damit verschwanden die
alten, traditionsreichen Kartenbilder der VSS A.G.
Die Stralsunder Fabriken stellten den größten Teil der deutschen Spielkarten her und
produzierten auch für den Export. 1907 stellte die Stralsunder Fabrik 3.340.000
Spielkarten her. 1913 wurden 235 Arbeiter beschäftigt.
Produziert wurden u. a. folgende Kartenbilder: Bayerisches Bild Stralsunder Typ,
Bayerisches Bild Münchener Typ, Bongou-Bild, Darmstädter Doppelbild (1872 bis 1931),
Feinste Deutsche Stralsunder (1855 bis 1892, fälschlich als Berliner Bild bekannt
geworden), Frankfurter Bild (ab 1882), Fränkisches Bild (ab 1885), Französisches Bild
und Doppelbild, Preußisches Bild (ab 1840), Renaissance-Bild (ab 1882), Rheinisches
Bild (ab ca. 1920), Rokoko-Bild (ab 1913), Royal-Bild, Sächsisches Bild
(1882 bis 1931), Sonderbilder mit deutschen Farbzeichen, Tarock-Bilder mit
französischen Farbzeichen, Württemberger Doppelbild (1882 bis 1908).
Im Jahr 1832 gründeten die Brüder Otto und Bernhard Bechstein in Altenburg die
"Herzoglich Sächsische Altenburgische konzessionierte Spielkartenfabrik von Gebr.
Bechstein". Im Jahr 1886 wurde die Firma nach mehrmaligem Besitzerwechsel in
"Altenburger Spielkartenfabrik AG" umbenannt. Im Jahr 1897 wurde sie von der
Stralsunder Spielkartenfabrik übernommen.
Auf der Hauptversammlung am 14.02.1931 wurde die Zusammenlegung der
Betriebsstätten Stralsund und Altenburg und der Umzug Unternehmens nach Thüringen
beschlossen. Firmiert wurde nunmehr unter "Vereinigte Altenburger und Stralsunder
Spielkarten-Fabriken". Im September 1931 wurde der Standort Stralsund aufgegeben
und der Hauptsitz von Stralsund nach Altenburg verlegt. Die Produktion in Stralsund
wurde im selben Jahr aufgegeben.
Nach dem Weltkrieg II trennten sich bis zur deutschen Wiedervereinigung die Wege des
Unternehmens. Die "Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabriken" zog
vorübergehend nach Mannheim, und dann 1956 nach Leinfelden bei Stuttgart.
In Altenburg wurde noch bis zur völligen Demontage des Werkes im Jahr 1946
weiterproduziert. Am 3. Mai des Jahres wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Die
Spielkartenfabrik war jetzt ein Landeseigener Betrieb des Landes Thüringen.
Elf Jahre später wurde daraus der Volkseigene Betrieb Altenburger Spielkartenfabrik,
Altenburg Thüringen.
Im Jahr 1991 wurde die Altenburger Firma aus der DDR unter den Namen "Altenburger
Spielkartenfabrik" reprivatisiert und durch die Treuhand an die "Vereinigte Münchener
Spielkartenfabriken, F. X. Schmid" verkauft. F. X. Schmid wurde 1996 von der Firma
Ravensburger übernommen. Im gleichen Jahr verlor die Spielkartenfabrik in Altenburg
den Namensstreit mit der Firma "Vereinigte Altenburger und Stralsunder
Spielkartenfabriken AG. Leinfelden/Echterdingen". Die Spielkartenfabrik musste sich
daraufhin umbenennen, der neue Name war „Spielkartenfabrik Altenburg GmbH“.
Das Unternehmen in Leinfelden mußte allerdings Konkurs anmelden. Daraufhin wurde die
"ASS-Spielkarten Verlag GmbH" gegründet und von der Blatz Gruppe übernommen.
1997 wurde das Spielkartenprogramm von F. X. Schmid in die Altenburger Produktion
integriert. Damit war die Spielkartenfabrik Altenburg in die erfolgreiche
Marktbearbeitung des größten europäischen Spiele- und Puzzleherstellers eingebunden.
1999 übernahm Ravensburger die Firma Berliner Spielkarten. Im Jahre 2000 erfolgte die
Integration der Marke Berliner Spielkarten mit den zusätzlichen Produktfeldern Spiele
und Puzzle in die Spielkartenfabrik Altenburg. Der Standort Altenburg ist zielstrebig
zu einer der bedeutendsten Produktionsstätten für Spielkarten aller Art in Europa
ausgebaut worden.
Im Jahre 2002 übernahm der internationale Spielkartenhersteller Cartamundi, der ein
Jahr zuvor den ASS Spielkartenverlag in Leinfelden übernommen hatte, die
Spielkartenfabrik Altenburg von der Ravensburger Gruppe. Damit wurden die seit 1946
auf Grund der Nachkriegsergebnisse getrennten Firmen wieder in einem
Unternehmensverbund zusammengefasst. Im Jahr 2003 erfuhren auch die Marken „ASS“ und
„Altenburger“ ihre Zusammenführung, die neue Marke hieß „ASS Altenburger“.
Die Produktion in Leinfelden wurde nach Altenburg verlagert.
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